Europa für Niedersachsen

Das Projekt „Telepflege“ stellt sich und seine Arbeit vor

Zwischen 2017-2020 setzte der Projektträger der care pioneers GmbH mit den Partnern der Johanniter-Unfall-Hilfe und GewiNet, dem Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft e.V. erfolgreich das Projekt „Telepflege“ um.

Gute Zusammenarbeit ermöglicht die Weiterentwicklung von Projektergebnissen nach der Förderzeit

Zwischen 2017-2020 setzte der Projektträger der care pioneers GmbH mit den Partnern der Johanniter-Unfall-Hilfe und GewiNet, dem Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft e.V. erfolgreich das Projekt „Telepflege“ um. Dieses zielte darauf, die in der Medizin bereits etablierte Form einer videobasierten Beratung und Unterstützung im Bereich der ambulanten Pflege zu erproben. Mit Beginn der ersten Corona-Welle wurde dann, ausgehend von den Projekterkenntnissen, unter Leitung der Care Pioneers die Initiative „Telepflegezentrale“ (https://telepflegezentrale.de), kurz TPZ, ins Leben gerufen.

Der Grundgedanke ist es, Pflegeunternehmen und pflegenden Angehörigen wichtiges Handlungswissen (u.a. für die Weiterführung der Versorgung in schwierigen Zeiten) digital zur Verfügung zu stellen. Ausgangspunkt zur Initiative war die Überlegung, schnell und unkompliziert eine Hilfe aufzubauen. Eine hohe Praxistauglichkeit war daher von Beginn an ein maßgebliches Interesse. Daher wurde auf bewährte Ansätze und die langjährigen Erfahrungen diverser Partner*innen (Klinikum Oldenburg AöR; Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.: Leitstelle; OFFIS Oldenburg, Ostfalia Hochschule, GewiNet e.V.) zurückgegriffen.

Die TPZ ist ein Baustein zur Anwendung von Telepflege, letzteres meint, über audiovisuelle Kommunikation Pflegefachexpertise aus der Ferne vor Ort verfügbar zu machen. Über die TPZ können sich somit professionell Pflegende und pflegende Angehörige Unterstützung durch Expertinnen (spezialisierte Pflegefachkräfte und Medizinerinnen) einholen, die über Videotelefonie hinzugeschaltet werden. Der Nutzen für die Beteiligten ist unmittelbar erkennbar: die zugeschalteten Expert*innen können sich – in kurzer Zeit und an unterschiedlichen Orten – ein Bild von der Situation machen. Dann können sie konkrete Unterstützung, bspw. in der Beurteilung des Zustandes und der Versorgung von Pflegebedürftigen bieten. Auf Seiten der Pflegenden lassen sich zahlreiche Vorteile benennen: Der Ansatz trägt dazu bei, professionell Pflegende und pflegende Angehörige in ihrer alltäglichen Arbeit zu entlasten und ihnen mehr Handlungssicherheit zu geben. Gleichzeitig entfallen Kosten durch nicht mehr benötigte Zusatzfahrten und eine bessere Pflegequalität mit entsprechend positiven Folgen (bspw. sinkende Folgekosten, weniger schnelle Krankenhauseinweisung) ist zu erwarten.

Das Angebot ist mit Blick auf die notwendigen technischen Kompetenzen niedrigschwellig ausgerichtet. Es werden intuitiv anwendbare Softwarelösungen (wie die elektronische Visite (elVi) genutzt) und dazu passend kompakte (Online-)Schulungen angeboten.

Die TPZ bietet ferner auch mittelfristige Chancen. So stellt die Arbeit im Netzwerk der TPZ oder eine Weiterbildung im Bereich Telepflege insbesondere für erfahrene Pflegekräfte eine zusätzliche berufliche Option dar, um in der Pflegebranche aktiv zu bleiben, auch wenn die alltägliche Arbeit mit den Pflegebedürftigen zunehmend physisch oder auch psychisch zu belastend wird. Die Telepflege greift damit Potenziale der Digitalisierung in der Pflege auf und bietet Vorteile für professionelle und private Pflegende, die Pflegebedürftigen sowie die Kostenträger. Die Initiative ist so konzipiert, dass die TPZ nicht nur Pflegende in Niedersachsen, sondern auch in anderen Bundesländern versorgen kann. Gleichzeitig ist es aber ebenfalls denkbar, dass solche Zentralen in anderen Bundesländern geschaffen werden können. Eine weitere Fortsetzung dieser Idee wird aktuell in Zusammenarbeit mit dem niedersächsischen Landkreis Vechta entworfen. Gemeinsam ist geplant, die Televersorgung im Landkreis ab dem Jahr 2021 zu erproben und deren Potenziale für Pflegedienste, die Krankenhäuser, Hausärzt*innen und pflegende Angehörige vor Ort zu untersuchen und verfügbar zu machen.

Bei Fragen zum Artikel wenden Sie sich bitte an den Projektkoordinator:

Dr. Christian Vaske, Pflegepioniere - Pflege jetzt und gemeinsam zukunftsfähig machen, Eine Marke der care pioneers GmbH, Marie-Curie-Str. 1, 26129 Oldenburg, Telefon: 0441-55978088 (auch mobil), christian.vaske@pflegepioniere.de, Web: http://pflegepioniere.de

Weitere Infos zum Projekt

09.11.2020