
(GPS Wilhelmshaven)
„Nicht über uns ohne uns!“- Erstvorstellung des Projekts "Robotik-Lerninsel"
„Nicht über uns ohne uns!“ – ein Statement, das nachwirkt. Es ist ein wichtiges Motto der Inklusionsbewegung und verdeutlicht die Bedeutung von Selbstbestimmung: Niemals darf über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden werden.
Nach diesem Grundsatz entwickelt die Gemeinnützige Gesellschaft für Paritätische Sozialarbeit mbH Wilhelmshaven (GPS Wilhelmshaven) gemeinsam mit der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen Westerscheps in Edewecht einen innovativen Lernort. Mit der „Robotik-Lerninsel“ sollen Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit erhalten, kollaborative Robotik kennenzulernen und zu nutzen, um ihre Chancen auf mehr Teilhabe am Arbeitsmarkt zu stärken. Damit soll die „Lerninsel“ dazu beitragen, die Arbeitswelt von morgen inklusiver zu gestalten. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des EU-Programms „Soziale Innovation“.
Über das Projekt
„Wir brauchen neue, personenzentrierte und zukunftsfähige Wege beruflicher Teilhabe.“
Während der Projektvorstellung gaben Nicole Stappenbeck und Theresa Orzessek vor einem breiten Publikum erste Einblicke in die Ideen und Ziele der „Robotik-Lerninsel“. Dabei wurde schnell deutlich: Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Methode beruflicher Teilhabe.
Die Arbeitswelt verändert sich – und mit ihr auch die Anforderungen an Arbeitnehmer. Gleichzeitig wächst insbesondere für Menschen mit Behinderungen der Bedarf an individuellen Unterstützungs- und Qualifizierungsangeboten, um ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.
Umso wichtiger ist es, Arbeits- und Lernmodelle zu entwickeln, die über starre und unflexible Strukturen hinausgehen. Ein mögliches Modell ist dabei die „Lerninsel“: Sie beschreibt eine arbeitsnahe Lernform, bei der theoretische Inhalte direkt in den Arbeitsprozess integriert werden. Dabei stehen nicht nur das selbstständige Arbeiten, sondern auch die enge Verbindung von Theorie und Praxis im Fokus – echte „Lernorte der Zukunft“ und ein gelungenes Beispiel für soziale Innovation.
Die „Robotik-Lerninsel“ möchte damit neue Räume schaffen, in denen innovative Ansätze für inklusive Qualifizierungswege entwickelt und erprobt werden können.
Neues Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine
Dabei steht ein wichtiger Grundsatz im Mittelpunkt: Die Robotik soll die menschliche Leistung keineswegs ersetzen, sondern ergänzen. Die Technologie soll sich an den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen der Nutzer orientieren und dadurch wichtige Kompetenzen fördern – etwa Selbstwirksamkeit und berufliche Entwicklung.
So soll ein neues Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine entstehen, bei dem Technologie nicht als Ersatz, sondern als Unterstützung und Möglichkeit für mehr Selbstständigkeit und Teilhabe verstanden wird. Ziel ist es, die digitale Transformation inklusiv zu gestalten und nachhaltige Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.
Die „Robotik-Lerninsel“ soll voraussichtlich im Februar 2027 starten. Die große Beteiligung an der Online-Veranstaltung hat bereits gezeigt: Das Interesse an diesem innovativen Ansatz ist groß!
Wir danken Nicole Stappenbeck und Theresa Orzessek von der GPS Wilhelmshaven für die spannenden Einblicke und wünschen ihnen für die Umsetzung des Projekts viel Erfolg.
Information zur neuen Veranstaltungsreihe „Erstvorstellung der neuen Projektideen“
Um die Projekte aus dem 5. und 6. Förderaufruf des EU-Förderprogramms „Soziale Innovation“ bei der Suche nach potenziellen Projektpartner*innen und Stakeholdern zu unterstützen, hat die beratende Stelle der Sozialen Innovation der freien Wohlfahrtspflege eine neue Online-Vorstellungsreihe gestartet. In dieser können sich die Projekte noch vor dem Vollantrag in einer Erstvorstellung präsentieren und ihr Projekt vorstellen.
Am 01.09. stellt sich das Projekt „ZEMENA – Zukunftstechnologien für eingeschränkte Menschen im Arbeitsalltag “ der Stiftung Robokind vor. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.
