
(Foto: Runder Tisch "Soziales Europa in Niedersachsen")
Von der Vision zur Praxis: "Soziale Innovationen brauchen verlässliche EU-Förderung"
Am Montag, den 23. März 2026, wurde Berlin zum Schauplatz einer wegweisenden Debatte: Unter dem Titel „Soziales Europa stärken – Niedersachsen setzt Maßstäbe“ präsentierte der Runde Tisch „Soziales Europa in Niedersachsen“ seine Kernforderungen für die EU-Förderperiode 2028–2034.
Das breite Bündnis aus Staatskanzlei, DGB, Landesjugendring und der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW) trat geschlossen gegen drohende Kürzungen im EU-Finanzrahmen auf. Europaministerin Melanie Walter stellte klar, dass soziale, klima- und strukturpolitische Ziele untrennbar mit einem finanzstarken EU-Haushalt verbunden sind:
„Wer von Europa Stabilität, Sicherheit und sozialen Zusammenhalt erwartet, darf beim EU-Haushalt nicht den Rotstift ansetzen.“
Ein Plädoyer für den ESF+
Besonders die Bedeutung des Europäischen Sozialfonds stand im Fokus. Hans-Joachim Lenke, Vorsitzender der LAG FW Niedersachsen, betonte in der Podiumsdiskussion die existenzielle Rolle dieses Instruments:
„Der Europäische Sozialfonds (ESF+) bildet das Rückgrat sozialer Teilhabe in unseren Regionen. Damit dies auch künftig so bleibt, muss das Programm auch ab 2028 eigenständig fortgeführt, regional ausgerichtet und ausreichend finanziert werden. Nur mit einem starken ESF+ lassen sich Integration stärken, Menschen nachhaltig in Beschäftigung bringen und dem Fachkräftemangel wirksam entgegenwirken. Hier zeigt Europa seine soziale Verantwortung – insbesondere gegenüber den Schwächeren in unserer Gesellschaft.“
Leuchtturmprojekt der Sozialen Innovation: Der Pflegehof
Wie diese Verantwortung konkret vor Ort aussieht, verdeutlichte die Stelle für Soziale Innovation der LAG FW. Projektleiterin Imke Schmieta präsentierte dem Fachpublikum das Leuchtturmprojekt „Initiativ Pflegehof“.
Anhand dieses Beispiels wurde deutlich, dass innovative Ansätze zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen keine kurzfristigen Experimente sind, sondern nachhaltige Erfolge in der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderung erbringen.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „stadt I land I fokus“ der Niedersächsischen Staatskanzlei gab der Pflegehof spannende Einblicke in seine Arbeit und die damit verbundene Wirksamkeit.
Hintergrund:
Der Runde Tisch „Soziales Europa“ ist ein seit 2022 bestehendes Bündnis aus Landesregierung, Deutschem Gewerkschaftsbund, Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege und Landesjugendring Niedersachsen. Gemeinsam setzen sich die Partner für ein sozial gerechtes, inklusives und zukunftsfähiges Europa ein, um gesellschaftlichen Zusammenhalt, Demokratie und Teilhabe zu fördern. In jährlichen Spitzentreffen und unterjährigen Arbeitsgruppen formulieren sie niedersächsische Interessen, Perspektiven und Ansprüche für ein sozialeres Europa.
Kristina Andabak
