
(Studio B12 GmbH)
Mit VR-Brillen die Arbeitswelt neu sehen
Berufsorientierung kann für Schüler*innen schnell zur Herausforderung werden: In dem Meer an Möglichkeiten, zwischen über 300 Ausbildungsberufen und 23.000 Studiengängen, fällt die Wahl auf den „richtigen“ Weg oft schwer. Mit dieser großen Auswahl steigt auch schnell die Überforderung, und damit die Frustration.
Um dem entgegenzuwirken, müssen Berufsorientierungsprogramme einen Weg finden, sowohl attraktiv als auch wirksam für junge Menschen zu sein. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „3D-VAMBS“ der Braunschweiger Agentur Studio B12, das aus Mitteln des EU-Programms „Soziale Innovation“ gefördert wird. Im Rahmen der monatlichen Projektvorstellungsreihe der beratenden Stelle für Soziale Innovation der Freien Wohlfahrtspflege durfte Studio B12 am 12.08.2026 das Projekt einem interessierten Fachpublikum vorstellen.
Qual der Berufswahl
3D-VAMBS, was für „Virtuelles Assessment und Matching in Berufsfeld-Simulationen“ steht, verbindet Berufsorientierung und Kompetenzmessung mit Aspekten der Gamification, also der Anwendung spieltypischer Elemente. Damit soll eine innovative und vor allem für junge Menschen attraktive Möglichkeit zur Berufsorientierung geschaffen werden.
Projektmanagerin Fiona Gebhardt veranschaulichte während ihrer Präsentation, wie Schülerinnen mit 3D-VAMBS in eine virtuelle Berufswelt eintauchen können. Mithilfe einer VR-Brille werden verschiedene Berufsfelder „greifbar“. In unterschiedlichen Tests zu Orientierung und Geschicklichkeit können die Schülerinnen ihre Kompetenzen spielerisch erproben und messen.
Die Anwendung führt von der Ermittlung persönlicher Interessen über die Kompetenzmessung bis hin zu Bewerbungstipps und einem individuellen Kompetenzprofil. So können Schüler*innen ihre Stärken entdecken und erste Anhaltspunkte für ihre berufliche Orientierung gewinnen.
Stärken statt Vorgaben
Eine Besonderheit ist, dass 3D-VAMBS den Schülerinnen, anders als typische Berufsorientierungstests, keinen klar definierten Beruf als Ergebnis vorgibt. Stattdessen erhalten sie eine Orientierung und Auswertung ihrer Kompetenzen und persönlichen Stärken. Auf dieser Grundlage werden verschiedene Berufsfelder genannt, die zu ihren Ergebnissen passen können. So wird vermieden, dass sich die Schüler:innen bereits durch das Programm auf einen bestimmten Beruf festlegen müssen, und sie können mit mehr Freiheit an ihre berufliche Orientierung herangehen.
Am Ende erhalten die Schüler:innen ein Kompetenzprofil, das übersichtlich aufzeigt, welche Fähigkeiten bereits gut ausgeprägt sind und welche Tätigkeitsfelder sie besonders interessieren. Damit sollen sie befähigt werden, selbstständig nach passenden Berufsfeldern zu suchen. Darüber hinaus bietet 3D-VAMBS weiterführende Anlaufstellen an: Bewerbungshilfen, digitale KI-Lebenslauf-Tools und Links zu den Arbeitsagenturen sind ebenfalls Bestandteil des Projekts.
Ausblick
Die Zeit wird zeigen, wie sich 3D-VAMBS auch nach Projektende 2026 als Berufsorientierungsmöglichkeit etablieren kann. Die Projektvorstellung zeigte jedoch bereits, dass großes Interesse im Fachpublikum besteht und auch Interesse an einer Umsetzung im eigenen Haus vorhanden ist.
Wir danken Frau Gebhardt, Herrn Werner und die Studio B12 GmbH für die interessanten Einblicke in die virutelle Berufsorientierungswelt von 3D-Vambs.
